| PDM-Funktionalität |
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PDM/PLM, Teilestandardisierung, Produktmodularisierung, Baukastenkonstruktion und Produktkonfiguration |
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Freigabekennzeichen |
Hohe Stammdatenqualität mittels durchgängig prozessbezogene Freigabedaten |
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Neben Nomenklatur und Nummerung sind prozessbezogene Freigabedaten die dritte wichtige Säule der Stammdatenqualität. Angaben zur Freigabe müssen in jeder Prozessphase stets eindeutig den jeweils abgesicherten Zustand von Produktdaten kennzeichnen. Hierbei ist es nicht ausreichend, einem Objekt (z. B. CAD-Modell) die Information "in Arbeit", "in Prüfung" oder "freigegeben" zuzuweisen.
Am Beginn jedes Schritts im Produktentstehungsprozess muss klar erkennbar sein, ob die erforderlichen Eingangsdaten den erforderlichen Reifegrad (Qualitätszustand) aufweisen. Eine Freigabekennzeichnung die das leistet, muss sich aus drei Angaben zusammensetzen: der Freigabephase, dem Freigabestatus (Reifegrad) und dem Freigabegrad. Ein CAD-Modell in der Entwurfsphase könnte zum Beispiel folgende Freigabekennzeichen aufweisen: Freigabephase "freigegeben", Freigabestatus "Entwurf" und Freigabegrad "für FE-Analyse" (FE, Finite Elemente). So lässt sich exakt vorgeben, für welchen oder welche Folgeprozesse ein freigegebenes Objekt aktuell zulässig ist (hohe Qualität der Freigabeprozesse gemäß ISO 10007, Konfigurationsmanagement).
Basics zu Freigabekennzeichen >>>
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Objektstammsatz und Objektdatensatz |
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Die Freigabekennzeichen befinden sich in jedem Produktdatenobjekt, also in Teilen, Dokumenten (Modell, Zeichnung, Unterlage) und allen weiteren revisionierbaren Objekten wie z. B. Werkstoffstammsatz. |
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Bei Teilen und Dokumenten werden alle drei Freigabekennzeichen im Kombination benötigt. Im Falle von ergänzenden Objekten wie Farbstammsatz, Oberflächenstammsatz oder Werkstoffstammsatz kann die Freigabekennzeichnung ggf. einfacher gestaltet werden. In welcher Form dies möglich ist, hängt von der konkreten Prozessgestaltung ab. |
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Die Freigabephase kennzeichnet die Entwicklungsabschnitte hin zu den einzelnen Reifegraden. Diese sind nachfolgend exemplarisch aufgelistet: |
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Freigabephase |
Bedeutung |
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in Arbeit |
Entwicklungsabschnitt "bearbeiten" in Bezug auf Produktdaten eines bestimmten Reifegrads. |
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in Prüfung |
Entwicklungsabschnitt "prüfen" in Bezug auf das Erreichen eines bestimmten Reifegrads von Produktdaten. |
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freigegeben |
Entwicklungsabschnitt "Abschluss" in Bezug auf Produktdaten, die einen bestimmten Reifegrad erreicht haben. |
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zurückgestellt |
Entwicklungsabschnitt "Zurückstellung" in Bezug auf Produktdaten, die nicht zum vorgegebenen Reifegrad hin entwickelt wurden, aber gesichert werden sollen. |
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Die Reifegrade beschreiben den qualitativen Verlauf der Produktentwicklung. Diese sind nachstehend beispielhaft aufgelistet: |
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Freigabestatus |
Bedeutung |
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Konzept |
Qualität (Reifegrad) der Produktdaten, die für ein Lösungskonzept notwendig und hinreichend ist. |
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Entwurf |
Qualität (Reifegrad) der Produktdaten, die für einen Lösungsentwurf notwendig und hinreichend ist. |
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Detaillierung |
Qualität (Reifegrad) der Produktdaten (Geometriemodelle, Zeichnungen, Schaltpläne, NC-Programme, Arbeitspläne etc.), die im Rahmen von Detailkonstruktion und Arbeitsplanung erreicht werden muss. |
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auf Abruf |
Zustand der Produktdaten, der anzeigt, dass diese keinen definierten Reifegrad haben, jedoch für eine weitere Nutzung im Engineering-Prozess verwendet werden dürfen. |
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Der Freigabegrad kennzeichnet die zulässige Verwendung eines freigegebenen Reifegrads. Mögliche Freigabegrade sind nachfolgend zusammengestellt (Liste ist nicht vollständig): |
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Freigabegrad |
Bedeutung |
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für Angebot |
Vorliegender Reifegrad darf für die Erstellung von Angebotsunterlagen verwendet werden. |
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für Entwurf |
Vorliegender Reifegrad darf für die Entwicklung eines Lösungskonzepts verwendet werden. |
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für FE-Analyse |
Vorliegender Reifegrad darf für die Durchführung einer Finite Elemente Analyse verwendet werden. |
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für FMEA |
Vorliegender Reifegrad darf für die Durchführung einer Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse verwendet werden. |
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für Musterbau |
Vorliegender Reifegrad darf für den Bau eines Teilemusters verwendet werden. |
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für Prototyp-Bau |
Vorliegender Reifegrad darf für den Bau eines Prototyps verwendet werden. |
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für Detaillierung |
Vorliegender Reifegrad darf für die Erstellung der Detailkonstruktion verwendet werden. |
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für Disposition |
Vorliegender Reifegrad darf für die frühzeitige Beschaffung verwendet werden. |
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für Planung |
Vorliegender Reifegrad darf für die Erstellung weiterer Bauunterlagen (Teileprogramme, Arbeitspläne etc.) verwendet werden. |
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für BM-Konstruktion |
Vorliegender Reifegrad darf für die Erstellung der Betriebsmittelkonstruktion verwendet werden. |
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für BM-Bau |
Vorliegender Reifegrad darf für den Bau eines Betriebsmittels verwendet werden. |
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für Vor/Null-Serienfertigung |
Vorliegender Reifegrad darf für die Vor-/Nullserienfertigung verwendet werden. |
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für Serienfertigung |
Vorliegender Reifegrad darf für die Serienfertigung verwendet werden. |
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keine Wiederverwendung |
Vorliegender Reifegrad darf in Entwicklung und Konstruktion nicht mehr verwendet werden, der Gebrauch in der Produktion bleibt davon unberührt. |
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Ungültig |
Freigabe für vorliegenden Reifegrad wird zurückgenommen, der Gebrauch in der Produktion gesperrt. |
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Undefiniert |
Initialisierung |
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Die Gebrauchsphase gibt den zulässigen Gebrauch von entwickelten Teilen in der Fertigung in Abhängigkeit vom aktuellen Freigabestand an (kann standortbezogen sein): |
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Gebrauchsphase |
Bedeutung |
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inaktiv |
Initialisierung |
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aktiv |
Beschaffung und Herstellung sind uneingeschränkt möglich. |
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Anlauf |
Beschaffung und Herstellung sind nur in eingeschränkter Form möglich. |
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Auslauf |
Beschaffung und Herstellung sollen nicht mehr erfolgen (Lagerbestände aufbrauchen). |
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Ersatz |
Beschaffung und Herstellung dürfen zum Zwecke der Ersatzteilversorgung weiter erfolgen. |
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gesperrt |
Beschaffung und Herstellung dürfen nicht mehr erfolgen (Lagerbestände verschrotten). |
Dokumentation der Freigaben einer Maschine/Anlage |
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Vom Aufbau einer Maschine/Anlage bis zu ihrem Dauerbetrieb müssen alle Phasen (Prozessschritte) durch Freigaben dokumentiert werden, d. h. bevor eine Phase z. B. Kundenabnahme beginnen kann, muss eine Freigabe für Kundenabnahme erteilt worden sein. |
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Diese Dokumentation an der physischen Maschine/Anlage lässt sich lückenlos dem "Physischen Produkt" zuordnen. Das "Physische Produkt" ist die digitale Repräsentanz der physischen bzw. materiellen Maschine/Anlage und Teil des Lifecycle-Konzepts von PLM. |
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Zur Dokumentation der Freigaben einer physischen Maschine/Anlage werden folgende Freigabegrade nach Beschaffung verwendet (siehe Abbildung rechts unten): |
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nach Beschaffung |
für Aufbau/Montage |
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nach Aufbau/Montage |
für Abnahme intern |
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nach Abnahme intern |
für Versand |
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nach Versandlogistik |
für Aufbau/Inbetriebnahme |
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nach Aufbau/Inbetriebnahme |
für Abnahme Kunde |
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nach Kundenabnahme |
für Hochlauf |
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nach Hochlauf |
für Dauerbetrieb |
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Das "Physische Produkt" nimmt für jede mit den Bauunterlagen eines "Virtuellen Produkts" entstehende physische Maschine/Anlage die spezifischen Freigabedaten auf. |
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Freigabekennzeichen im Objektstammsatz, Beispiel PDM-Zeichnungsstammsatz
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Freigabekennzeichen im Objektdatensatz, Beispiel PDM-Zeichnungsdatensatz
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Freigaben für physische Maschine/Anlage
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| Freigabekennzeichen und die Bezeichnungen ihrer Arten sollten unternehmensbezogen sein |
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Die Kennzeichnung der Freigabe von Objekten (Bauteile, Dokumente, Prozesse etc.) zeigt deren Reifegrad (Qualitätsstand) in einem Entwicklungsprozess. Der Reifegrad ist bestimmend für die zulässige Verwendung von gekennzeichneten Objekten in diversen Prozessen von Entwicklung, Planung, Beschaffung, Produktion, Vertrieb/Verkauf etc.
Da diese Prozesse mit Hilfe von spezialisierten Geschäftsanwendungen ausgeführt werden, ist es zwingend notwendig, dass die verwendeten Freigabekennzeichen und die Bezeichnungen ihrer Arten nicht system-, sondern grundsätzlich unternehmensbezogen sind. Die Benennungen (Attributnamen) der drei Arten von Freigabekennzeichen "Freigabephase", "Freigabestatus" und "Freigabegrad" sollten somit in allen Geschäftsanwendungen, in denen sie erforderlich sind, identisch genutzt werden. Selbstverständlich gilt das in gleicher Weise für die Benennungen (Attributinhalte) der Freigabekennzeichen selbst (z. B. Freigabegrad: "für Angebot", "für Entwurf", "für Musterbau" etc.).
Im den technischen Anwendungsbereichen werden in der Regel die drei Arten der Freigabekennzeichen benötigt, um die Reifegrade der Stationen der Entwicklungsprozesse (Konzeption, Entwurf und Detaillierung) präzise kennzeichnen zu können. Schließlich sollen sich in jedem Folgeprozess nur Objekte mit dem dafür erforderlichen Reifegrad (= Datenqualität) heranziehen lassen, um Fehler und teure Änderungsschleifen zu vermeiden.
Bei betriebswirtschaftlichen Anwendungen mag es genügen, Objekte mit weniger Arten von Freigabekennzeichen zu führen. Im Falle der CRM-Anwendung lassen sich Objekte mit den Attributen "Freigabephase" und "Freigabegrad" hinreichend kennzeichnen. Das gilt sowohl für Objekte, die etwa aus PDM übernommen werden wie zum Beispiel Technische Datenblätter, die mit "freigegeben" und "für Vertrieb" eindeutig gekennzeichnet sind als auch für selbsterstellte Dokumente wie etwa Angebote.
Solche und ggf. weitere Sonderheiten müssen bei der Implementierung der Systemkommunikation bzw. der Schnittstellen bedacht werden.
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